Bei Swissport setzen Lernende erfolgreich Projekte um

Die Eigenkompetenzen unserer Lernenden fördern wir systematisch. So lernen sie unternehmerisches Denken und Handeln und eignen sich die planerischen Fähigkeiten an, um ein Projekt umzusetzen. Die Lernenden unserer Partnerfirma Swissport durften so gleich zwei Projekte selbstständig umsetzen.

Unsere Partnerfirma Swissport aus dem Aviatik-Bereich bindet die Lernenden aktiv in die Weiterentwicklung des Unternehmens ein. So durften Lernende 2018 zwei Projekte umsetzen.

Das erste Projekt entstand aus einer Initiative von zwei Lernenden aus dem Arrival-Team: Anika Tasnim und Joël Wittwer. Über den Weg des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) bei login gaben die beiden ihren Verbesserungsvorschlag ein: Falls ein Gepäckstück eines Fluggastes nicht am Flughafen Zürich ankommt, soll dieser gleich wissen, welcher Dienstleister (Ground Handling Agent) für die Gepäckabfertigung zuständig ist und an wen er sich wenden kann. Anika und Joël schlugen deshalb vor, diese Information gleich auf der Gepäckanzeigetafel in der Ankunftshalle anzuzeigen. Das Projekt durften sie dann auch umsetzen – die positive Wirkung für die Kunden war bei Swissport rasch spürbar.

Das zweite Projekt war die Herstellung des «Power Award» von Swissport. Dieser wurde von der Swissport-Geschäftsleitung 2018 ins Leben gerufen, um monatlich ein Team für die aktive Umsetzung der Swissport-Leitsätze auszuzeichnen. Die beiden KV-Lernenden Sarina Reutemann und Joël Wittwer sowie Dario Graber (Lernender Automobilfachmann EFZ) durften den Award von A bis Z herstellen. Parallel dazu produzierten sie ein Video zur Herstellung des Awards. Der Film wurde an der Swissport Staff Party gezeigt, an dem der Award zum ersten Mal verliehen wurde.  

Im März 2019 erhielt zudem das Team der «Berufsbildner» den Swissport Power Award für ihren Beitrag zur Nachwuchsförderung. 

Verleihung des Swissport Power Award an das Berufsbildner-Team

Das Kabel, das den Unterschied macht

Die Lernenden-Teams bei login sind ein Erfolgsmodell: Login fördert seine Lernenden systematisch in der Entwicklung ihrer persönlichen Kompetenzen. So eignen sie sich nicht nur ihr berufsspezifisches Wissen an, sondern schulen ihre Handlungskompetenz, unternehmerisches und planerisches Denken und Handeln. Auch im Junior Business Team in Zürich-Altstetten, wo der Nachwuchs der Automatiker/innen und Mechaniker/innen in der Welt des Verkehrs ausgebildet wird, übernehmen die Lernenden bereits früh Verantwortung. Dank der Arbeit im Junior Business Team lernen sie, Gesamtzusammenhänge in einem Unternehmen in der Mobilitätsbranche zu erkennen und zu verstehen. Sie schaffen sich ein Verständnis dafür, wie man Kundenaufträge generiert, die einzelnen Schritte zu deren Erfüllung plant und die Bestellung schliesslich produktiv umsetzt und an den Kunden ausliefert. Somit sind die Lernenden bereits früh in die Wertschöpfung des Unternehmens eingebunden.

Die Lernenden Automatiker im Junior Business Team in Zürich-Altstetten stellen ein sehr wichtiges Bauteil für die SBB her: Das Zugbeeinflussungssystem-Kabel (kurz: ZUB-Kabel) wird von der SBB für eines ihrer Sicherheitssysteme in den Lokomotiven benötigt. Es sendet Informationen vom Gleis an die Lokomotive und meldet zum Beispiel, mit welcher Maximalgeschwindigkeit der Zug in die nächste Kurve fahren darf. Korrigiert der Lokführer beispielsweise nicht auf die vorgegebene Geschwindigkeit, leitet das Sicherheitssystem selbstständig die Bremsung ein, um eine Entgleisung zu vermeiden.

Remo Felder, Lernender Automatiker im zweiten Lehrjahr, weiss, wie wichtig das Kabel ist: «Auf der Gleisstrecke sind in bestimmten Abständen Sensoren angebracht. Das Kabel überträgt die Informationen der Sensoren zur Lokomotive. Es ist extrem wichtig, dass es dieses Kabel gibt und es in Präzisionsarbeit hergestellt ist. Denn unter dem Strich entscheidet das Kabel über die Sicherheit der Fährgäste.» Remo instruiert mittlerweile Lernende im ersten Lehrjahr bei der Herstellung des Kabels.

Worauf müssen die Lernenden bei der Produktion achten?

Das Kabel muss unter höchster Konzentration produziert werden, damit keine Fehler passieren: Es muss gegen verschiedene Einwirkungen geschützt sein, damit es störungsfrei funktionieren kann. «Fährt der Zug, können Steine vom Schienentrassee an den Zug schlagen. Ein dicker Kunststoffschlauch umschliesst deshalb das ZUB-Kabel, um solche Beschädigungen zu vermeiden und es robuster zu machen», so Remo Felder. Hinzu kommt, dass im Kabel selbst die einzelnen Leiter auch isoliert werden müssen, damit keine unerwünschten Kontakte zu anderen Kabeln oder Teilen entstehen. Ansonsten wird die Datenübertragung gestört und somit würden Fehlinformationen an die Elektronik in der Lokomotive und damit an den Zugführer geleitet.

Eine weitere Schutzvorkehrung für das reibungslose Funktionieren des ZUB-Kabels ist die Erdungshülle. «Im Grunde genommen ist das ein Metallmantel, durch den aussenstehende Signale abgeleitet werden. Das können elektrische Felder sein, die sich in der Luft um uns herum befinden. Die Hülle schirmt das ZUB-Kabel von diesen ab», so Berufsbildner Daniel Meier. «Im Flugzeug darf man das Mobiltelefon auch nur in eingeschränktem Modus verwenden, damit die empfindliche Bordelektronik nicht beeinflusst wird. Genauso funktioniert dies analog auch mit der Erdungshülle des ZUB-Kabels», erklärt er. Das Kabel-«Innenleben» muss also gänzlich von äusseren Einflüssen abgeschirmt werden, damit es als abgeschlossenes System mit seinen Elementen einwandfrei funktioniert.

Prinzip der Zugbeeinflussung

Doppelt gemoppelt hält besser

Remo zeigt dem Erstjahr-Lernenden den ersten Arbeitsschritt bei der Kabelherstellung. Dabei schaut der Lernende zu und erhält danach Probeteile, um selbst zu arbeiten. Der Produktionsprozess jedes Kabels ist in rund zehn Arbeitsschritte unterteilt. Nach etwa vier bis sechs erfolgreichen Versuchen wird es ernst und der Erstjahr-Lernende darf sich an einem echten Kabel versuchen. Nach getaner Arbeit darf er zuerst sein Werk selbst kritisch beurteilen. Gemeinsam inspizieren er und Remo das Kabel anschliessend, um Verbesserungspotenzial und oder auch Schwachstellen ausfindig zu machen. Die nächste Kontrollrunde findet mit dem Berufsbildner statt. Gibt er es frei, können sie sich an den nächsten Arbeitsschritt machen. So geht es weiter, bis das Kabel fertig ist: Nach jedem Arbeitsschritt wird das ZUB-Kabel dem Berufsbildner gezeigt. Ganz am Schluss erfolgt dann die Abschlusskontrolle.

Zwei Monate für sechs Kabel

Zurzeit ist eine Bestellung für sechs ZUB-Kabel offen. Zuerst stellen die Lernenden nur eines her. Ist der Berufsbildner mit diesem zufrieden, dürfen sie alle sechs parallel zueinander mit den einzelnen Arbeitsschritten produzieren. Am Schluss werden alle Kabel nochmals dem Berufsbildner vorgeführt. Für diese Bestellung haben die Lernenden rund zwei Monate Zeit. Der Zeitraum erlaubt den Lernenden, sich völlig auf die Qualität zu fokussieren und ausgiebige Qualitätskontrollen durchzuführen. Denn bei einem so sicherheitsrelevanten Bauteil gibt es keine halbpatzigen Lösungen: Die Lernenden fertigen jedes einzelne ZUB-Kabel mit hundertprozentiger Bauqualität.

 

login zum vierten Mal ungeschlagen an den RobOlympics

login-Lernende lernen nicht nur berufsspezifisches Wissen, sondern auch, wie man unternehmerisch denkt, plant und handelt. Dank der kontinuierlichen Digitalisierung standardisierter Abläufe bei login entfällt auch bei den Lernenden viel administrativer Aufwand. Sie gewinnen so mehr Zeit zum Lernen und kriegen mehr Raum, um sich mit berufsrelevanten Themen auseinanderzusetzen: Beispielsweise die Teilnahme an den RobOlympics 2018. Remo Felder, Cyril Kaufmann und Oliver Weirauch, alle Automatiker im zweiten Lehrjahr, holten als Team «login-Crew» den Gesamtsieg an den RobOlympics 2018 nach Hause. Bereits zum vierten Mal geht der Gesamtpreis an ein login-Team, wobei jedes Jahr andere Lernende für uns antreten. Eine beachtliche Leistung, nahmen doch über 150 Jugendliche aus der ganzen Schweiz und Deutschland am Wettkampf teil.

«Unsere Lernenden mussten unter Zeitdruck Roboter programmieren und neue Roboter konstruieren – wir sind deshalb besonders stolz, dass unser Team erneut überzeugen konnte, auch wenn für uns nicht alles ganz planmässig verlief», meint Daniel Meier, Berufsbildner im Junior Business Team in Zürich-Altstetten. Er betreute den Anlass von A bis Z. «Ich habe Lernende gesehen, die sich kompromisslos in ihre Aufgabe stürzten. Andere lernten sich wohl in dieser anspruchsvollen Situation von einer völlig neuen Seite kennen und kamen an ihr Limit.» Umso grösser die Belohnung, mit Pokal auf dem Siegerfoto posieren zu dürfen.

Team «login-Crew» bewies an den RobOlympics ihr Können, unglaublich viel Teamgeist und Einsatz. Nicht zuletzt demonstrierten sie aber auch viel Fairness gegenüber ihren Wettkampfkollegen: Ihren Preis, ein Lego Roboter-Set, verschenkten sie einem etwas weniger erfolgreichen, aber genauso engagierten Team.

v.l.n.r. Remo Felder, Cyril Kaufmann, Oliver Weirauch

Sicherheitsbriefing Gleisbau: Digitalisierung ist nicht unbedingt teuer

Für das Sicherheitsbriefing im Gleisbau entwickelten wir eine App mithilfe von «Powerapp», einer Anwendung von Microsoft. Die App führt die Berufsbildenden beim Sicherheitsbriefing durch die wesentlichen Punkte und protokolliert das Besprochene an zentraler Stelle. Dank der App entfällt viel Arbeit auf Papier, da die Berufsbildenden für das Sicherheitsbriefing nur noch ihr Smartphone benötigen. Ausserdem können bei internen Audits oder bei Audits durch die Suva die Protokolle aller Briefings per Mausklick zentral eingesehen werden, was viel administrativen Aufwand erspart. Die App ist ein gutes Beispiel dafür, dass Digitalisierung und somit die Erleichterung des Arbeitsalltages nicht immer mit grossem Aufwand verbunden sind. Digitalisierung lässt sich teilweise sehr leicht und rasch umsetzen: Unter Anleitung von Philipp Schenker, Leiter ICT bei Login, entwickelten drei Lernende aus einem Lernenden-Team der Login Informatik in Bern die App innert eines Tages. Die Entwicklung erfolgte angelehnt an die Methode des «Rapid Prototyping»: «Uns war wichtig, dass die Berufsbildenden möglichst rasch eine Lösung in den Händen halten konnten, die sie in ihrem Berufsalltag unkompliziert einsetzen können», erklärt Philipp Schenker den Grund für das iterative Vorgehen. Basierend auf ihrem Feedback konnte die App weiterentwickelt werden. Dank moderner elektronischer Plattformen musste das Team für diese Digitalisierungsmassnahme weder auf Expertenwissen noch auf teure Beratung oder Entwicklung zurückgreifen. Beschäftigt sich ein Unternehmen mit der Digitalisierung, bedeutet dies nicht immer nur kostenintensive Grossprojekte. Auch «Non-Rocket-Science» kann eine erhebliche Effizienzsteigerung und Vereinfachung eines Arbeitsablaufes bewirken. Die Wirkung zeigt sich bei den Beteiligten rasch.

Screenshot Sicherheits App

Digitale Workflows für Lernende

Oft sind Arbeitsabläufe («Workflows») wiederkehrend und standardisiert. Um die organisationsinterne Effizienz zu steigern und den Lernenden und Ausbildungsleitenden die Arbeit zu erleichtern und papierloser zu gestalten, digitalisierten wir solche Workflows. Dafür wurde in acht Monaten eigens eine App entwickelt, damit die Arbeitsabläufe bequem mobil und rasch erledigt werden können. Darunter fällt die Abwicklung von Rückerstattung von Auslagen, Zimmerzulagen, Anträgen für Jugendurlaub und Projekt- oder Sprachaufenthalten, Adressänderungen und Austritten. Mit der App können sämtliche Lernende über das login-Portal Anträge stellen, die dann automatisch dem zuständigen Ausbildungsleitenden zugewiesen werden, von diesem geprüft und abgelehnt oder genehmigt werden. ist es ein Workflow, bei dem es zu Auszahlungen kommt, bereitet die App die Daten direkt im für die Human Resources notwendigen Format auf.

Dank der Digitalisierung dieser Standard-Workflows können so jährlich rund 2500 Anträge elektronisch abgewickelt werden. Mit Ausnahme der EO-Originalkarten ist der gesamte Prozess komplett papierlos und vollständig digitalisiert. Dies führte zu besserer Datenqualität und einer schnelleren Bearbeitungszeit der Anträge. Dank der Umsetzung solcher Digitalisierungsmassnahmen ersparen sich auch die Lernenden viel administrativen Aufwand. Die gewonnene Zeit können sie nun für Wichtigeres aufwenden: Fürs Lernen oder für andere berufsbezogene Tätigkeiten – wie zum Beispiel der Teilnahme an einem Wettkampf.

 

login-Tag Impressionen

Der login-Tag fand 2018 am 21. September statt. Alle Mitarbeitenden aus allen Regionen nehmen an diesem jährlich stattfindenden Anlass teil und erleben gemeinsam einen spannenden und inspirierenden Tag. Fünf Teams drehten je einen professionell begleiteten Film inklusive «Oscar-Verleihung».